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Online-Tagung: Pink Screen – junge Fotografie und Gender

Pink Screen – Online-Tagung zu junger Fotografie und Gender

Online-Tagung Pink Screen

Porträts, Selbstporträts und Selbstdarstellungen sind in der Fotografie ein beliebtes Genre. Durch die Selfie-Kultur in den Sozialen Medien hat dieses Genre neue Relevanz erhalten. Mit der Online-Tagung „Pink Screen“ fokussieren wir auf die spannenden Fragen der Inszenierung, Darstellung und Vermittlung von Geschlechteridentitäten. Welche Chancen bietet die Fotografie durch die spezifischen Erzählweisen im Spannungsfeld von Positionsbestimmung und mehrdeutiger Offenheit? Was bedeutet das für die kunst- und medienpädagogische Arbeit?

Die Online-Tagung bietet Gelegenheit für fachlich-kollegialen Austausch und gibt – die Begeisterung für zeitgenössische fotografische Ausdruckformen aufgreifend – Anregungen zu neuen Projekten.

Sie nähert sich dem Thema mit medienwissenschaftlichen Beiträgen und kreativen Sessions, die auch von Jugendlichen gestaltet werden. Sie richtet sich an Fachkräfte und weitere Interessent*innen im Bereich der Fotografie-Vermittlung und Medienpädagogik.

„Pink Screen“ startet mit Vorträgen und einem Workshop-Programm. Die Online-Sessions werden aus der Akademie der Kulturellen Bildung in Remscheid und vom Next! Festival der Jungen Photoszene und dem Internationalen Photoszene Festival übertragen.

Foto Titelbild: Khiet Tam

Online-Programm

Donnerstag, 20.5.2021 – Online aus der Akademie der Kulturellen Bildung in Remscheid

12:30 Uhr
Foto-Aktion

13:15 Uhr
Begrüßung, Einführung
Brigitte Dietze und Horst Pohlmann (Akademie der Kulturellen Bildung)
Jan Schmolling (Deutsches Kinder- und Jugendfilmzentrum)

13:30 Uhr
Keynote: Trompe l‘Oeil – Beauty/Ugliness einer sich selbst kuratierenden Online-Gesellschaft, Eylül Aslan (Fotokünstlerin)

14:15 Uhr
Keynote: Von #girlboss bis #imperfect – Empowernde Bildmacht auf Instagram, Dr. Johanna Tewes (BDK Fachverband für Kunstpädagogik)

14:45 Uhr – Kaffeepause

15:00 Uhr
Workshop-Runde I

  • Ich kann in meiner Kunst verschwinden, Iris Wolf (Selfiegrafen)
  • Schere, Kleber, Körperbilder; Susanne Kontny (Jurymitglied Deutscher Jugendfotopreis) und Paul Müller (Jurymitglied Deutscher Jugendfotopreis)
  • Gender unter die Linse genommen, Stephanie Weber (Medienpädagogin)
  • Fotopädagogik mit Jungen – Ansätze und Praxisbeispiele für eine positive Jungenerziehung, Christopher Wandel (Medien- und Sozialpädagoge)

16:30 Uhr
Workshop-Runde II (Wiederholung)

18:00 Uhr – Pause

19:30 Uhr
Projektvorstellungen

  • Medusa Reloaded: Von Albrecht Dürer bis zum heutigen Selfie-Kult auf Instagram, Teona Gogichaishvili, Maurice Kohl und Stefan Steinröhder mit Jugendlichen der Musik- und Kunstschule Remscheid
  • How to be see a woman, PurPur-Kollektiv
  • Projekte der Tagungsteilnehmer*innen

Moderation:
Elvira Neuendank & Sarah Hübscher (TU Dortmund)

Freitag, 21.5.2021 – Online vom „Next! Festival der Jungen Photoszene“ in Köln

10:30 – 13:00 Uhr
Vorträge

  • Becoming Sisi – Kaiserin Elisabeth und das fotografierte Frauenbild, Dr. Miriam Szwast (Kuratorin für Fotografie am Museum Ludwig, Köln)
  • Multicolored Outer Space – Konzepte weltraumspezifischer Diversität am Beispiel prämierter Arbeiten des Deutschen Jugendfotopreises, Prof. Dr. Nadja Köffler (KPH Edith Stein)

Podiumsdiskussion „Junge Fotografie – Gender“

12:00 Uhr
Aktionen und Programm des Next! Festivals

Optional am Abend
Eröffnung des Next! Festivals und Photoszene-Festivals

NEXT! Das Festival der Jungen Photoszene

Bilderfluten? Bilderberge? Viele, viele wunderbare Bilder! Noch nie haben junge Leute so viel fotografiert. Für ihre künstlerischen Aktivitäten gibt es jetzt eine Plattform: Das „NEXT! Festival der Jungen Photoszene“. Das Festival macht Lust auf Fotografie, entdeckt junge Talente und präsentiert die nächste Generation der Fotografie. Es ist bundesweit das erste und einzige Fotofestival für Kinder, Jugendliche, Familien und Nachwuchsfotograf*innen.

Das Ziel: Mit dem NEXT!-Festival einen Ort zu schaffen, der junger Fotografie eine große Bühne gibt, einen lebendigen Ort für Kollaboration und Inspiration.

Next! Das Festival der Jungen Photoszene wird 2021 von der Internationalen Photoszene Köln gemeinsam mit dem Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum sowie der SK Stiftung Kultur und dem jfc Medienzentrum ausgerichtet. NEXT! 21 startet online am 21. Mai auf www.photoszene.de.

Online-Workshops & Events

Begrüßung und Eröffnung

Kurze Einführung in das Thema und den Ablauf der Tagung durch das Organisations-Team.

Donnerstag, 20.5.2021 – 13:00 Uhr, Akademie der Kulturellen Bildung

Fotoaktion

Fotoaktion mit Frappanz – Kollektiv kultureller Freiheiten e.V. 

Donnerstag, 20.5.2021 – 12:30 Uhr

Keynote: Trompe l‘Oeil – Beauty/Ugliness einer sich selbst kuratierenden Online-Gesellschaft

„Meine Bilder zeigen Nacktheit, thematisieren Sexualität und starke Frauen“, sagt die in Istanbul geborene Fotokünstlerin Eylül Aslan über ihre Arbeiten und stellt sich damit ganz bewusst gegen die sozialen Normen der türkischen Gesellschaft. Die Künstlerin entwickelt eine eigene Bildsprache, die – poetisch, skurril und authentisch zugleich – Geschichten über die Erforschung des eigenen Geschlechts und der Körperlichkeit zeigen. Damit präsentiert sie einen individuellen Gegenentwurf zu den selbstoptimierten und stereotypen Darstellungen in Instagram und Co. Für ihr Fotobuch „Trompe L’Oeil“ traf sie sich mit Männern, die sie über die Online-Dating-App Tinder kontaktierte. Sie fotografierte Körperstellen und Zonen, die die Dating-Partner besonders hervorheben bzw. nicht zeigen wollten. Mit diesem Projekt untersuchte sie die unterschiedlichen Vorstellungen von Beauty/Ugliness und die Grenzen von Selbst- und Fremdwahrnehmung. Sie erzählt von visuellen Täuschungen durch die bewusst inszenierten und optimierten Selbstbildnisse auf Online-Plattformen und präsentiert mit ihren Fotos ein Statement dazu.

Donnerstag, 20.5.2021 – 13:30 Uhr

Keynote: Von #girlboss bis #imperfect – Empowernde Bildmacht auf Instagram

Fotografie ist ein wirkmächtiges visuelles Medium, um Geschlechterrepräsentationen hervorzubringen und damit Wirklichkeit herzustellen. Dies geschieht nicht zuletzt durch die bildorientierte Online-Plattform Instagram. Sie rangiert laut der letzten JIM-Studie nach YouTube und WhatsApp bei Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren auf Platz drei der beliebtesten Internetangebote und zählt besonders bei Mädchen zu den wichtigsten Apps. Die Keynote betrachtet ausgewählte Beispielen auf Instagram und welche Strategien der Selbstdarstellung feministische Netzkünstlerinnen wie Stephany Sarley, Petra Collins, Molly Soda, Signe Pierce oder Arvida Byström nutzen, um sich dominierende Bilder von Weiblichkeit und normierte Schönheitsideale anzueignen oder abweichende Körper- und Schönheitsideale sichtbar und damit für die Pop- und Konsumkultur anschlussfähig zu machen. Im Anschluss soll diskutiert werden, inwiefern diese Positionen als (mediale) Vorbilder für Mädchen und junge Frauen dienen können welche handlungsorientierten medien- und kunstpädagogischen Anschlussmöglichkeiten sich daraus ergeben.

Donnerstag, 20.5.2021 – 14:15 Uhr

Workshop: Ich kann in meiner Kunst verschwinden

„Ich kann in meiner Kunst verschwinden“ war ein Fotografieprojekt für Mädchen mit und ohne Fluchtgeschichte, das mit dem Internationalen Mädchenzentrum in Gladbeck durchgeführt wurde. In wöchentlichen Workshops lernten die Mädchen internationale Künstlerinnen kennen, die sich u.a. mit Fotografie beschäftigt haben. Anschließend setzten sie eigene Bildideen und Motive um. In diesem Workshop probieren Sie zwei Methoden aus dem Projekt aus. Sie schlüpfen selbst in eine Rolle und halten diese mit einfachen fotografischen Mitteln fest. Im Anschluss haben sie die Möglichkeit, eine Collage zu erstellen.

Donnerstag, 20.5.2021 – 15:00 / 16:30 Uhr

Workshop: Schere, Kleber, Körperbilder

Neben einem historischen Abriss der Fotocollage beschäftigen wir uns in diesem Workshop mit dem Umgang mit Bildern in Hinblick auf Stereotype und Narrative, die von Bildern übertragen werden. Sie werfen einen Blick auf Geschlechterrollen in der Werbung sowie auf Selbstdarstellungen in den sozialen Netzwerken und spielen mit diesen Bildern. Ganz analog, mit Schere und Kleber. Let’s play!

Donnerstag, 20.5.2021 – 15:00 / 16:30 Uhr

Workshop: Gender unter die Linse genommen

Geschlecht kann als sozial konstruiert sowie als Performanceakt verstanden werden. Immer wieder, Tag für Tag, wird es von Menschen im privaten Bereich, im Schul- und Berufsleben sowie im Alltag selbst hergestellt. Geht man davon aus, dass Geschlecht konstruiert ist, kann es auch dekonstruiert werden und so Gendernormen sichtbar gemacht und kritisch reflektiert werden. Der Workshop rückt sowohl die mediale als auch die körperliche Herstellung von Geschlecht mit Hilfe von Körper- und Fotoinszenierungen in den Fokus gerückt, um daraus Projektideen für Jugendliche und jungen Erwachsene zu entwickeln. Der Workshop eignet sich hervorragend, um gender- und fotopädagogische Ansätze miteinander in den Dialog zu bringen.

Donnerstag, 20.5.2021 – 15:00 / 16:30 Uhr

Workshop: Fotopädagogik mit Jungen – Ansätze und Praxisbeispiele für eine positive Jungenerziehung

Insbesondere der Frauenbewegung verdanken wir heute vielseitige Diskurse über die Erziehung von Mädchen sowie die Gleichstellung von Mann und Frau, wie auch ein neues öffentliches Bewusstsein für diese Themen. In diesem Workshop widmen wir uns gendersensiblen Methoden der Fotografie, die als Grundlage dienen, Fotoprojekte im Sinne einer positiven Jungenerziehung, zu entwickeln.

Donnerstag, 20.5.2021 – 15:00 / 16:30 Uhr

MEDUSA RELOADED – Von Albrecht Dürer bis zum heutigen Selfie-Kult auf Instagram

Rollenbilder von der Antike bis Heute, ein fotografisch-literarischer Exkurs

Wer war eigentlich Medusa Gorgona? Soul eater? Warum hat sie die Männer in Stein verwandelt? War eigentlich Mozarts Schwester Maria Anna begabter als „little Amadeus“? Hätte Shakespeare eine Schwester gehabt, ebenso begabt wie er, wie wäre es ihr ergangen? Hätte sie genauso viel Chance auf Erfolg und Anerkennung gehabt wie ihr Bruder? Hierzu kommt auch die Frage zum Gender, das soziale Geschlecht, und Sex, das Biologische. Was sagt mein Geschlecht über mich und meine Wünsche aus? Muss ich mich an gesellschaftliche Normen anpassen, damit ich akzeptiert werde? Und überhaupt, was gilt hier als „normal“? Wie sehe ich mich? Wie kann ich mein „Ich“ zeigen? Wie sehe ich die anderen und sie mich? Was ist mit der Selbstdarstellung? Oder mit der Selbstinszenierung? Seit wann gibt es eigentlich Selfies? In unserem Workshop haben wir diese und andere Fragen gestellt, und mit den Jugendlichen diskutiert. So entstand in diesem dynamischen Prozess Fotografie, Video, Musik und Performance.

Eine Kooperation mit der Musik- und Kunstschule, kommunales Bildungszentrums der Stadt Remscheid. Das Projekt wurde im Rahmen des Kulturrucksacks NRW durchgeführt.

Donnerstag, 20.5.2021 – 19:30 Uhr

Vortrag: Becoming Sisi – Kaiserin Elisabeth und das fotografierte Frauenbild

Elisabeth von Österreich-Ungarn, genannt Sisi, sammelte in den 1860er Jahren Fotografien, die sie zeitlebens privat hielt. Heute verwahrt das Museum Ludwig achtzehn ihrer Alben mit circa 2000 Fotografien. Bilder von Adeligen – viele Mitglieder von Sisis Familie, Berühmten und Kunstwerken. Am bekanntesten sind ihre sogenannten „Schönheiten-Alben“, hoch inszenierte Porträts anderer Frauen. Sisi nutzte diese Aufnahmen zur Konturierung ihres eigenen Images während ihrer monatelangen Aufenthalte in Venedig, auf Madeira und Korfu. In diesen Jahren sollte sie zu einer energischeren, selbstbewussteren Persönlichkeit reifen, deren Schönheit legendär wurde. Ende der 1860er Jahre, 31-jährig, beschließt Sisi, sich selbst nicht mehr fotografieren zu lassen. In dem Vortrag werden die Zusammenhänge zwischen ihrem geradezu obsessiven Sammeln von Frauenporträts und dem Bild, das sie von sich entwirft, skizziert.

Freitag, 21.5.2021 – 10:30 Uhr

Vortrag: Multicolored Outer Space – Konzepte weltraumspezifischer Diversität am Beispiel prämierter Arbeiten des Deutschen Jugendfotopreises

Die Weiten des Alls und seine Erkundung üben seit jeher eine große Faszination auf den Menschen aus. Auch die Preisträger*innen des Deutschen Jugendfotopreises haben sich in den letzten Jahrzehnten fotografisch mit dem Weltraum beschäftigt, sei es, indem sie astronomische Großereignisse festhielten, Begegnungen extraterrestrischer Art inszenierten oder sich auf fremde Planeten beamten. Die auf ihren Bildern dargestellten Aliens und menschlichen Weltraumspaziergänger*innen brechen dabei häufig mit »irdischen« Normen, sind mehr interessant als schön, und weisen jenseits binärer Geschlechterstereotype unterschiedlichste körperliche Variationen auf. Ausgehend von Beispielen raumfahrtspezifischer Diversität in der astronomischen Realität und Popkultur werden in diesem Beitrag die unterschiedlichen Körperbilder und Verhaltensweisen und damit in Zusammenhang stehende Identitätskonstruktionen der (außer-)irdischen Figuren betrachtet und weltlich-gesellschaftlichen Körpernormierungen gegenübergestellt.

Freitag, 21.5.2021 – 10:30 Uhr

Podiumsdiskussion: Junge Fotografie – Gender

Weitere Informationen zum Podium finden Sie in Kürze an dieser Stelle.

Freitag, 21.5.2021

Anmeldung

Kosten
93 € Kursgebühr
Reduzierte Kursgebühr für Studierende: 49 €